Wenn die Nacht zum Tage wird.

09.05. Ivendust

Die Nacht gestern war unruhig. Ich kam gerade von meiner Patroullie zurück ins Dorf, als ich den Grafen und die Gräfin schon an der Brücke zum Dorf stehen sah. Bei ihr stand noch die junge Tochter des Pfarrers der wohl noch auf einer Reise ist und eine weitere junge Frau, die sich als Bauerntochter herausstellte. Sie war auf der Suche nach einer ... Kuh. Die Gräfin forderte mich dazu auf sie zum Hof des Dorfes zu führen und dort nachzusehen ob dieses Vieh dort ist. Menschen und ihre wichtigen Probleme ... Ich ging mit dem Mädchen zum Hof, aber fand dort nicht die Kuh ihres Vaters. Auf meine Frage stellte sie sich als Djona vor. Sie wirkte zwar als wüsste sie wie sie sich zu verhalten hätte, hatte aber einige Frechheiten parat, die ich bewusst ignorierte.

 

Als ich sie wieder zurück ins Dorf brachte, rief auch schon der Graf nach mir und ich beobachtet eine Situation in der er eine entkleidete Frau vor sich auf dem Boden her schob. Ich war ein wenig erstaunt, dies ist ein Anblick den man nicht jeden Tag hat. Der Graf wies mich an die Frau an den Pranger zu stellen und ich tat wie mir geheißen. Seltsamerweise reagierte das Weib anders als man es erwartet hätte. Sie wurde nur immer unverschämter, forderte das man sie losbinden solle und spuckte sogar die Gräfin an. Mir war klar, dass etwas mit ihr nicht stimmte und der Graf schob es auf eine Besessenheit. Ein kluger Schritt und eine gute Möglichkeit das Weib loszuwerden. Um Besessene wird sich niemand sorgen. Die einzige die sich einmischte war die Tochter des Pfarrers. Ein anscheinend sehr mutiges Mädchen, auch wenn ihr Mut schnell wieder verflog als man sie ansprach. Dennoch scheint sie brauchbar zu sein ... ich werden noch sehen wofür. Auf jeden Fall ist sie sehr hübsch und irgendetwas an ihr zieht mich an. Ich weiß nur noch nicht genau was es ist.. vielleicht ihre Unschuld, der Duft einer jungen, unverdorbenen Frau? Wer weiß...

 

Nach etwas Zeit tauchte endlich diese seltsame Frau aus dem Wald auf. Der Graf scheint sehr vertraut mit ihr zu sein, auf eine besonnene Art und Weise. Sie scheint Kräfte zu haben, die der Graf sich zu Nutze macht. Sie schwafelte etwas von Geistern die auf dem Platz wären und davon dass die Frau Geister in sich hätte. Dann lagen wir vielleicht mit unserer Besessenheitstheorie gar nicht so falsch. Der Graf wies die Frau an sich um die Besessene zu kümmern, da sie ihr angeblich helfen könne. Ich band sie los und gab ihr auf ihre Bitte meinen Umhang damit sie sich bedecken konnte. Anscheinend waren es prüde Geister die sie besetzten. Ich brachte die beiden Frauen in eine Höhle am Dorfrand und verließ sie dann auf Bitten der Hexe.

 

Zurück im Dorf erwartete mich schon der Graf und wir sprachen kurz darüber, dass dieses verrückte Weib sicherlich ein Festmahl geworden wäre... aber ich denke sie wird uns wieder über den Weg laufen. Und... eine Besessene wird niemand vermissen. Ich stellte schon während sie am Pranger hing fest, dass sie seltsam roch .. sie schien keine Furcht zu empfinden... nur ein leichter Anflug von Scham.
Nach kurzer Zeit tauchte die Hexe hinter uns auf und meinte sie hätte das Weib von den Geistern befreit, aber vermutlich nicht auf Ewig. Sie müssten hier herumschwirren und der Graf solle sich in Acht nehmen. Ich werde weiterhin die Augen offen halten. Störende Geister oder Besessene kann ich nicht gebrauchen. Ich werde ein wenig in der Bibliothek nach Hinweisen auf Geister in der Umgebung suchen. Vielleicht gibt es ja Legenden oder Mythen darüber.  Ich werde mich in den nächsten Tagen auch noch einmal mit der Besessenen auseinandersetzen, so lange sie noch klar ist... vielleicht bekommt man aus ihr auch etwas heraus.

9.5.08 12:54, kommentieren

Und so begann es... (Teil 1)

Mein Vater war ein frommer und weiser Mann. Dieser Überzeugung war ich auch noch immer zu dem Zeitpunkt, als er mich als Junge zur Armee schickte und somit in die Fremde.
Wir waren keine reiche Familie, nicht von hoher Geburt. Nur eine einfache Bauernfamilie. Ich denke es war ungefähr um die Zeit meines zehnten Geburtstages, als der dunkel gekleidete Mann in unser Dorf kam und sich als Graf von Ivendust vorstellte. Er sprach sehr lange mit meinem Vater, was mich sehr wundert, denn für so einen hohen Herrn, nahm er sich viel Zeit für die einfachen Leute. Irgendetwas faszinierte mich an diesem Mann und ich fand erst sehr viel später heraus, dass dies eine seiner Fähigkeiten war, die ich weiterhin zu spüren bekam.
Nach diesem langen Gespräch mit dem Grafen kam mein Vater zu mir und offenbarte mir, dass der Graf wünschte mich mit ihm zu nehmen und mich in sein Heer einzugliedern. Ich sollte also Soldat werden. Soldat.. Schwert und Schild für den Grafen, sein Land vor Feinden zu schützen und mit ihm zusammen in den Krieg zu ziehen, wäre meine Aufgabe so sagte mir mein Vater. Es wäre gut für die Familie so meinte er. Der Graf wolle ihm Geld für meine Dienste geben was ihm, meiner Mutter und meinen zwei Schwester das überleben sichern sollte. Aber dafür müsste ich meine Familie verlassen und in die Fremde ziehen. Mit einem Mann gehen, der irgendwie seltsam auf mich wirkte... ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen. Er stand vor mir, groß, hellhäutig, schwarz gekleidet Obwohl er freundlich war und oft lächelte, durchlief meinen Körper ein seltsames Unbehagen.
Natürlich hatte ich keine Wahl und mein Vater hatte seine Entscheidung schon getroffen. So packte ich noch am selben Abend meine Sachen und zog mit dem Grafen von dannen. Ich verließ meine Eltern und meine Schwestern. Ging einen Weg ins Ungewisse. Heute ist mir klar, dass der Graf Fähigkeiten einsetzte die mir damals nicht zu erklären waren, um mich und meine Familie zu beruhigen, sie wohlgesonnen auf sein Vorhaben einzustimmen und ihm alles zu geben was er verlangte. Das Geld bekam meine Familie und sie hatten somit ein Auskommen.

9.5.08 11:22, kommentieren